Systembeschreibung

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Kompetenznachweis
zu
Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards für
forsttechnische Dienstleistungsunternehmen

SYSTEMBESCHREIBUNG KOMPETENZNACHWEIS UMWELT-, QUALITÄTS- UND SICHERHEITSSTANDARD

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorbemerkungen und Geltungsbereich
  2. Organisation
    2.1 Veröffentlichungen des Zertifizierungssystems
    2.2 Zertifizierungsstelle
    2.3 Zertifizierungsbeirat
    2.4 Auditoren
    2.5 Träger der Zertifizierung
  3. Verfahrensablauf
    3.1 Voraussetzungen zur Teilnahme an der Zertifizierung
    3.2 Datenschutz
    3.3 Audit
    3.4 Turnus der durchzuführenden Audits
    3.5 Beschwerde und Schlichtungsverfahren
    3.6 Sanktionen
  4. Kosten des Systems
  5. Schlussbestimmungen

Anhang:

Verweise auf weitere mitgeltende Normative
Prüfroutine – Systemimplementierung PEFC – Deutschland

 

1 Vorbemerkungen und Geltungsbereich

Die Waldfläche Deutschlands beträgt ungefähr 11 Millionen Hektar, d. h. auf etwa jedem dritten Hektar wächst Wald.

Drei große Eigentümergruppen spielen dabei eine entscheidende Rolle:

Fast die Hälfte der Deutschen Waldfläche wird durch ca. 2 Millionen Privatwaldbesitzer bewirtschaftet, die damit die größte Eigentümergruppe darstellt. Ungefähr ein Drittel der Waldfläche gehört in das Eigentum von Bund und Länder. Der Rest befindet sich im Besitz von verschiedenen Körperschaften.

Mehr als zwei Drittel der deutschen Waldfläche ist zertifiziert. Die Waldbesitzer gehen diese Verpflichtung auf freiwilliger Basis ein und garantieren, dass die Wälder nach festgelegten Regularien im Hinblick auf ökonomische, ökologische und soziale Aspekte nachhaltig bewirtschaftet werden. Die zwei bekanntesten Waldzertifizierungssysteme in Deutschland sind PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certifikation Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council).

Die Bewirtschaftung der Wälder in Deutschland änderte sich in den letzten 30 Jahren radikal. Sie ist wesentlich gekennzeichnet durch die Substitution von Regieleistungen, durch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen. Damit etablierte sich eine vollkommen neue Branche am forstlichen Arbeitsmarkt – die forstwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen. Durch gewaltige Investitionen führen diese die Innovation in den Forstbetrieben, hauptsächlich in der Holzernte, ein und ermöglichen so die heute effektive Bewirtschaftung von Waldökosystemen zum allergrößten Teil.

Mit dem Kompetenznachweis Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards wird forstwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen bescheinigt, dass sie die im Rahmen dieser Qualitätssicherung festgelegten Grundsätze nachweislich einhalten. Dieses System basiert auf dem Prinzip der Freiwilligkeit sowie einer offenen Zugänglichkeit für alle interessierten Unternehmen, die in den forstlich relevanten Bereichen tätig sind.

Der Kompetenznachweis ist der Garant dafür, dass die Arbeiten entsprechend der geltenden Standards der Waldzertifizierungen ausgeführt werden.

Einbezogen werden dabei alle Tätigkeiten, die bei Verjüngungs- einschließlich Pflegearbeiten sowie bei der Holzernte einschließlich der Rückung und des Transportes ausgeführt werden. Eine Ausweitung auf andere forstliche und artverwandte Tätigkeitsbereiche ist grundsätzlich bei entsprechenden Erfordernissen möglich.

Das Erlangen des Kompetenznachweises KUQS ist an keine Mitgliedschaft in einem Verein oder einer anderen Institution gebunden. Der Nachweis hat seinen Ursprung im Freistaat Sachsen, berücksichtigt dort insbesondere regionale Belange in der Zusammenarbeit zwischen Waldbesitz und forstwirtschaftlichen Dienstleistern, steht jedoch grundsätzlich allen Forstunternehmen in Deutschland im Zugang offen.

Alle gesetzlichen Regelungen, geltenden Verordnungen und Normen sowie länderspezifische Festlegungen sind sowohl von den Waldbesitzern als auch von ausführenden forsttechnischen Unternehmen zu beachten.

 

2 Organisationen

 

  2.1 Veröffentlichungen des Zertifizierungssystems

Die KUQS Systembeschreibung (Durchführungsbestimmungen), die nach KUQS zertifizierten

Unternehmen, die Mitglieder des Zertifizierungsbeirates, die Zertifizierungsstelle sowie die bei der Zertifizierungsstelle akkreditierten Auditoren sind unter www.sachsenforst.com veröffentlicht. 

  2.2 Zertifizierungsstelle

Es existiert eine Zertifizierungsstelle, die, beauftragt vom Träger des Zertifikates (Sächsischer Forstunternehmer Verband e.V.), als Zertifizierer im System das Verfahren führt und über die Erteilung des Zertifikates entscheidet. Zwischen der Zertifizierungsstelle, den zu zertifizierenden Betrieben und dem Träger des Zertifikates bestehen keine wirtschaftlichen Abhängigkeiten.

Der Verlauf des Zertifizierungsverfahrens ist im Punkt 3 beschrieben.

Sollte sich eine Akkreditierung bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) erforderlich machen, kann dies jederzeit beantragt werden, um den Nachweis zur fachlichen Kompetenz sowie zur Erfüllung aller gesetzlichen und normativen Anforderungen zu erbringen.  

  2.3 Zertifizierungsbeirat

Der Zertifizierungsbeirat ist das unabhängige Gremium, welches über die Setzung der Systemstandards befindet.

Aus der Satzung von PEFC Deutschland ergeben sich turnusmäßige Aktivitäten des Zertifizierungsbeirates.

Im Regelfall werden von PEFC Deutschland nach jeder Revision des deutschen PEFC-Systems im Folgejahr alle anerkannten Systeme zur Zertifizierung von Forstunternehmern auf den Prüfstand gestellt. Der Träger des Zertifizierungssystems erhält einen Ergebnisbericht. Bei Abweichungen sind Korrekturmaßnahmen in einer Frist von i.d.R. 3 Monaten umzusetzen.

Vor dem Hintergrund sich ständig ändernder fachlicher Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen kann es erforderlich sein, die bestehenden Standards außerhalb des vorgeschriebenen Intervalls auf ihre Aktualität zu analysieren und entsprechend den Erfordernissen anzupassen. 

Der Zertifizierungsbeirat erfüllt folgende Aufgaben:

  1. Setzen der Standards für den Kompetenznachweis zu Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards für forsttechnische Dienstleistungsunternehmen (KUQS);
  2. turnusmäßige und nicht turnusmäßige Überprüfung und Korrektur der KUQS Standards und des Systems;
  3. Klärung von Fragen zur Auslegung der Standards

Der Zertifizierungsbeirat, bestehend aus mindestens 7 Personen, setzt sich strukturell wie folgt zusammen:

  1. aus je einem Vertreter der Auftraggeber (staatlich, kommunal, privat)
  2. aus zwei Vertretern der forstlichen Dienstleistungsunternehmen
  3. aus einem Vertreter der Forstwissenschaften
  4. aus einem Auditor (nicht stimmberechtigt)
  5. aus einem Vertreter der Zertifizierungsstelle

Von allen an KUQS interessierten Personen können dem Sächsischen Forstunternehmer Verband

e.V. anerkannte Fachleute zur Mitarbeit im Zertifizierungsbeirat vorgeschlagen werden. Über Eignung und Aufnahme entscheidet das Ergebnis der Abstimmung im Beirat. Die oben beschriebene strukturelle Zusammensetzung muss dabei zwingend erhalten bleiben.

Alle relevanten Informationen übermittelt der Zertifizierungsbeirat der Zertifizierungsstelle. Von dort werden die Auditoren und Unternehmen über Änderungen in den Standards und / oder den Durchführungsbestimmungen informiert.

2.4 Auditoren

Vorschläge zur Auswahl der Auditoren unterbereitet die Zertifizierungsstelle dem Träger der Zertifizierung. Der Sächsische Forstunternehmer Verband e.V. entscheidet über die Zulassung. Der Zertifizierungsbeirat kann dabei eine beratende Funktion wahrnehmen. 

Folgende Voraussetzungen müssen die Auditoren erfüllen:

  1. Nachweis einer abgeschlossenen forstlichen Ausbildung (Universität, Fachhochschule).
  2. Nachweis einer mindestens zweijährigen Berufserfahrung im forstlichen Bereich.
  3. Nachweis von praktischen Erfahrungen, mindestens als Co-Auditor, bei der Durchführung von, in der Bundesrepublik Deutschland oder Mitgliedstaaten der Europäischen Union anerkannten, Zertifizierungen für forsttechnische Dienstleistungsunternehmen.
  4. Nachweis einer ständigen Weiterbildung. Dafür legt die Zertifizierungsstelle, in Zusammenarbeit mit dem Zertifizierungsbeirat, Schwerpunkte fest. Der Auditor weist seinen Weiterbildungserfolg jährlich nach.
  5. Die Zertifizierungsstelle kann ein fachspezifisches Weiterbildungsprogramm für Auditoren entwickeln und die Teilnahme aller zugelassenen Auditoren daran fordern.

Die Kontrolle der Auditoren obliegt der Zertifizierungsstelle. Sie kann vom Verfahren unabhängige Personen mit der Bewertung der Tätigkeit des jeweiligen Auditors beauftragen. Wird Verbesserungspotential festgestellt, so beauflagt die Zertifizierungsstelle den jeweiligen Auditor und kontrolliert den Erfolg.

2.5 Träger der Zertifizierung

Träger des Kompetenznachweises zu Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards für forsttechnische Dienstleistungsunternehmen (KUQS) ist der Sächsische Forstunternehmer Verband e.V. . Ihm obliegen in erster Linie die Belange zur Sicherung des Haushaltes sowie die Überwachung des reibungslosen Ablaufs des Zertifizierungsbetriebes.

  3 Verfahrensverlauf

3.1 Voraussetzungen zur Teilnahme an der Zertifizierung Folgende Dokumente sind bei der Zertifizierungsstelle einzureichen:

  1. Zertifizierungsantrages mit Firmendaten (allen relevanten Informationen zur Anschrift, Ansprechpartner, Angabe des Leistungsspektrums, Betriebsgröße, des Bestandes an selbstfahrenden Arbeitsmaschinen…)
  2. Bescheinigungen und Nachweise (Gewerbeanmeldung bzw. Ummeldung, Gewerbezentralregisterauszug -sofern vorhanden-, Bescheinigung in Steuersachen vom Finanzamt, Betriebshafthaftpflichtversicherung mit Absicherung von Umweltrisiken mit angemessener Mindestdeckungssumme, Nachweis über die Entrichtung der Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung und Zahlung der Beiträge für die Krankenkasse bei Mitarbeitern, Arbeitserlaubnis für Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Ländern) 
  3. Angabe der Dienstleistungsbereiche, die zertifiziert werden sollen.

Nach Prüfung der Unterlagen auf Vollständigkeit und Plausibilität wird ein Auditor von der Zertifizierungsstelle mit der Durchführung des Vor-Ort-Audits beauftragt. 

Werden Nachauftragnehmer vom dem am Zertifizierungsverfahren beteiligten Unternehmen eingesetzt, so können diese nicht in das Zertifizierungsverfahren dieses Betriebes mit einbezogen werden. Sie müssen eine eigene, von PEFC Deutschland anerkannte Zertifizierung, nachweisen. https://pefc.de/furunternehmen/forstunternehmerzertifikate .

Die Zertifizierungsvereinbarung (Auftrag zur Zertifizierung) wird zwischen der Zertifizierungsstelle und dem Unternehmen geschlossen.

3.2 Datenschutz

Die Zertifizierungsstelle verpflichtet sich, dem zu zertifizierenden Unternehmen gegenüber, die Datenschutzverordnung (DSGVO) einzuhalten. Das beinhaltet die schriftliche Einwilligung zur personenbezogenen Erhebung und Verarbeitung der Daten des Unternehmens. Darin werden folgende Punkte geregelt:

  1. Verwendungszweck und Rechtsgrundlage (Artikel 6 Abs. 1b DSGVO)
  2. Datenherkunft
  3. Datenspeicherung
  4. Rechte des Betroffenen (Artikel 15 und 17 DSGVO)
  5. Erklärung des Einverständnisses zur vierteljährlichen Übermittlung des jeweils aktuellen Bildungsangebotes vom Umweltservice GmbH

Damit ist festgelegt, welche Informationen durch die Zertifizierungsstelle öffentlich gemacht werden dürfen. Darüber hinaus gehende Regelungen, z.B. die Weitergabe von Prüfberichten, sind nur mit Genehmigung des Unternehmens möglich.

3.3 Audit

Die Zertifizierungsentscheidung basiert auf der Bewertung der Ergebnisse eines Vor-Ort-Audits durch, von der Zertifizierungsstelle beauftragter, Auditoren.

Im Vor-Ort-Audit werden Arbeitsorte, an denen die zu zertifizierenden Arbeiten ausgeführt werden bzw. wurden, vom Auditor stichprobenartig begutachtet. Dabei wird festgestellt, ob Abweichungen von den KUQS-Standards bestehen.

Der Auditor ist für die korrekte Protokollierung der vorgefundenen Verhältnisse verantwortlich. Er entscheidet über den Umfang der Stichprobe.

Wenn sich relevante Erkenntnisse für das Zertifizierungsverfahren ergeben, so kann auch der Firmensitz mit einbezogen werden.

Wurde von Seiten der Auftraggeber interne Abnahmeprotokolle oder ähnliches nach Abschluss von beauftragten Maßnahmen erstellt, die für den Kompetenznachweis relevant sind, so können diese Nachweise dem Auditor vorgelegt und im Verfahren berücksichtigt werden. 

Der Auditor dokumentiert im Zertifizierungsbericht ob vom jeweiligen Standard abgewichen wurde oder nicht.

Zur besseren Darstellung der jeweiligen Situation und einfacheren Ableitung der sich ergebenden Konsequenzen wird zwischen 3 Kategorien unterschieden:

  1. keine Abweichungen
  2. unwesentliche Abweichungen

Bei unwesentlichen Abweichungen ist die Konformität mit den Standards i.d.R. kurzfristig herstellbar. Es wird angestrebt, das im Rahmen des Vor-Ort-Audits zu erreichen. Ist das nicht möglich, so wird die Abweichung im Zertifizierungsbericht dargestellt und somit der Zertifizierungsstelle zur Kenntnis gebracht.

     3. wesentliche Abweichungen

Liegen wesentliche Abweichungen vor, so kann kein Zertifikat erteilt werden. Das Verfahren wird abgebrochen. Es kann fortgeführt werden, sobald der / die Mängel beseitigt sind.

Zusammenfassend empfiehlt der Auditor der Zertifizierungsstelle das Zertifikat zu erteilen, nicht zu erteilen oder die Zertifizierung bis zum Termin der Auflagenerfüllung zu befristen. Letzteres bedeutet, dass die Gültigkeit der Zertifizierung von der beauftragten Geltungsdauer abweicht.

Der Unternehmer erhält von allen Dokumenten, die vom Auditor im Verfahren erstellt und der Zertifizierungsstelle übermittelt werden, eine Kopie.

Die Zertifizierungsstelle legt für jede Abweichung eine Frist zur Herstellung der Konformität mit dem Standard fest. Dem Unternehmen werden das Prüfergebnis und die Termine der Nachweisvorlage in Schriftform mitgeteilt. Über die Einhaltung der Termine wacht die Zertifizierungsstelle. 

Wird die Beseitigung der Abweichungen vom Unternehmer abgelehnt oder sie erfolgt nicht in der von der Zertifizierungsstelle festgelegten Frist, so wird dem Unternehmenden der Kompetenznachweis nicht erteilt bzw. entzogen. 

Zum übersichtlichen Nachweis der Einhaltung aller, selbstfahrende Arbeitsmaschinen betreffenden Standards, wird für jede Maschine eine tabellarische Übersicht (Maschinenliste) erstellt. 

3.4 Turnus der durchzuführenden Audits

Der Kompetenznachweis KUQS wird für eine Dauer von 24 Monaten erteilt. Dabei wird zur Durchführung der regelmäßigen Überprüfungen ein zweistufiges Kontrollmodell angewendet.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Zertifizierungsverfahrens erhält das Unternehmen i.d.R. eine Zertifikatsurkunde mit einer Laufzeit von einem Jahr. 

Im zweiten Jahr der Gültigkeit erfolgt kein Vor-Ort-Audit. Dem Unternehmen werden Informations- und Weiterbildungsveranstaltung angeboten. Die Teilnahme wird empfohlen, ist aber nicht Pflicht.

Jedes Unternehmen hat auch die Möglichkeit einen jährlichen Vor-Ort-Audit zu beauftragen.  

Um die Zertifizierung im zweiten Jahr zu erhalten sind folgendes nachzuweisen:

  1. Bei Abweichungen von den Standards ist der Nachweis der Mängelbeseitigung, unter Beachtung der festgelegten Fristen, zu erbringen.
  2. Aktualisierung der Maschinenlisten. Dem Auditor wurden alle dazu erforderlichen Nachweise zur Verfügung gestellt.
  3. Begleichung aller finanziellen Forderungen der Zertifizierungsstelle.

Nach 24 Monaten kann das Unternehmen die Re-Zertifizierung beauftragen. Die Zertifizierung wird dann in beschriebener Art und Weise erneut durchgeführt.

3.5 Beschwerde- und Schlichtungsverfahren

Das Verfahren kann vom Unternehmen selbst, aber auch von anderer Seite (andere Unternehmen, Auftraggeber, Waldbesitzer, Förster…) in Gang gesetzt werden.

Beschwerden Dritter werden nur berücksichtigt, wenn sie in Schriftform und nicht anonym eingereicht werden.

Das Unternehmen hat die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von 4 Wochen Einspruch gegen die Ergebnisse des Verfahrens bei der Zertifizierungsstelle zu erheben. 

Die Zertifizierungsstelle beruft einen Schlichter, der mit der Durchführung des Verfahrens beauftragt wird. Es muss sich um eine fachlich kompetente Person handeln, die unabhängig vom jeweiligen Verfahren ist.

Alle für den Vorgang relevanten Dokumente (Zertifizierungsbericht, Einspruch, …) werden dem Schlichter übergeben. Es findet i.d.R. ein Ortstermin auf der / den betreffenden Flächen statt.

Unter Anhörung des Unternehmers und des Auditors werden dabei die vorgefundenen Verhältnisse erneut beurteilt. Werden Abweichungen festgestellt, so werden Maßnahmen beschrieben, deren Umsetzung zur Einhaltung der Standards und damit zur Weiterführung der Zertifizierung führen. Diesen Schriftsatz erhält die Zertifizierungsstelle. Sie entscheidet über die jeweilige Frist und die Art und Weise der Erbringung des Nachweises über die Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen.

Wurde das Verfahren vom Unternehmer gefordert, so tragen alle beteiligten Parteien die Kosten des Verfahrens i.d.R. selbst. Wurde das Schlichtungsverfahren von Dritten initiiert, so entscheidet die Zertifizierungsstelle wer welchen Anteil der Kosten zu tragen hat.

Die danach gefällte Entscheidung der Zertifizierungsstelle ist endgültig.

Bei einem Entzug des Zertifikates kann das Unternehmen nach einer Sperrfrist von 6 Monaten erneut den Antrag auf Teilnahme am Zertifizierungsverfahren stellen.

3.6 Sanktionen

Die Festlegung von Sanktionen bei inkorrekter oder irreführender Verwendung des Zertifikates obliegt der Zertifizierungsstelle. Folgende Sanktionen sind möglich:

  1. Durchführung von Korrekturmaßnahmen entsprechend der Forderungen der Zertifizierungsstelle;
  2. Durchführung eines außerplanmäßigen Vor-Ort-Audits zur Umsetzung der Forderungen der Zertifizierungsstelle;
  3. Zeitlich befristeter Entzug der Zertifizierung bis zur Realisierung der Forderungen der Zertifizierungsstelle;
  4. Dauerhafter Entzug der Zertifizierung (die Sperrfrist beträgt 6 Monate).

4 Kosten des Systems

Der Träger des Systems ist verantwortlich für die Sicherstellung des Haushaltes (siehe Punkt 2.5).

Dazu werden von den zertifizierten Unternehmen jährliche Beiträge nach einer Preisliste erhoben. 

Die Preise ergeben sich aus folgenden Aufwendungen: 

  1. Tätigkeit der Auditoren
  2. Tätigkeit der Zertifizierungsstelle
  3. Aufwandsentschädigung des Zertifizierungsbeirates

Das Zertifizierungssystem KUQS ist nicht auf Gewinnerwirtschaftung ausgerichtet. Die Zahlungen der Unternehmen dienen lediglich der Kostendeckung. Die Aufstellung eines jährlichen Haushaltsplanes obliegt dem Träger des Systems ebenso wie die Aufstellung einer Jahresbilanzierung. Etwaige Überschüsse werden entweder anteilig direkt den Unternehmen zurückgezahlt oder aber im Sinne der Entwicklung des Systems verwendet. Darüber entscheidet der Sächsische Forstunternehmer Verband e.V. .

5 Schlussbestimmung

Die Veröffentlichung des Zertifizierungssystems erfolgt über den Sächsischen Forstunternehmer Verband e.V.. Eine eigene juristische Person wird nicht angestrebt.

Aufgestellt und bestätigt:

Freiberg, 01-12-2015

Im Auftrag des ZBR – KUQS

Dr. rer. silv. Michael Sachse

Verweis auf weitere mitgeltende Normative

Normatives Dokument PEFC D 1002-1:2014 (PEFC Deutschland e.V.)

PEFC-Standards für nachhaltige Waldbewirtschaftung

Verfahrensanweisung PEFC D 4004:2014 (PEFC Deutschland e.V.)

Verfahren und Kriterien zur Anerkennung von Forstunternehmerzertifikaten 

Systembeschreibung PEFC D 0001:2014 (PEFC Deutschland e.V.)

Das deutsche PEFC-System

Satzung – Sächsischer Forstunternehmerverband e.V.

Allgemeine Geschäftsbedingungen der Umweltservice GmbH

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)

Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft

(Bundeswaldgesetz – BWaldG)

Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG)

Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG)

Mindestlohngesetz (MiLoG)

Unfallverhütungsvorschriften Forsten (VSG 4.3)

der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) in der Fassung vom 1. Januar 2017

Datenschutzverordnung (DSGVO) Insbesondere: Schriftliche Einwilligung zur personenbezogenen Erhebung und Verarbeitung von Daten nach Artikel 13 Datenschutzverordnung (DSGVO) im Rahmen der Zertifizierung zum Kompetenznachweis zu Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards forstlicher Dienstleistungsunternehmen (KUQS)

PRÜFROUTINE

SYSTEMIMPLEMENTIERUNG PEFC – DEUTSCHLAND

 

Die festgelegten PEFC-Standards finden sich in den Umwelt-, Qualitäts- und Sicherheitsstandards des Kompetenznachweises wieder.

Ausgehend von allgemeinen Normen, die für alle Tätigkeiten in den Bereichen Pflanzung, Pflege, Holzernte, Rückung und Transport Gültigkeit erlangen, werden zusätzlich für die einzelnen Bereiche Standards gesetzt, die forstwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen erfüllen müssen, um den Kompetenznachweis KUQS zu erlangen.

 

Die allgemeinen Voraussetzungen gliedern sich dabei in die sozialen, fachlichen, technischen, arbeitsorganisatorischen und technologischen Aspekte.

 

Soziale Aspekte:

Die sozio-ökonomischen Funktionen der Wälder (PEFC-Standard 6, Punkte 6.7; 6.8; 6.9) spiegeln sich in den festgelegten Standards von KUQS wie folgt wider:

 

  1. Alle Mitarbeiter des Unternehmens haben die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der Betriebsabläufe mitzuwirken.
  2. Jeder im Unternehmen kann an Aus- und Weiterbildungen teilnehmen und dies entsprechend dokumentieren.
  3. Sofern Tarifverträge gelten, kommen diese in den Unternehmen zur Anwendung.

Zusätzlich dazu spielen die Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen und festgelegten

Arbeits- und Erholungszeiten sowie die Berücksichtigung persönlicher oder familiärer Belange eine wichtige Rolle.

 

Fachliche Aspekte:

Auch hier spielen die sozio-ökonomischen Funktionen der Wälder (PEFC-Standard 6, Punkte 6.1; 6.3; 6.5) wieder eine bedeutende Rolle:

 

  1. Der Unternehmer sowie seine Beschäftigten verfügen über eine entsprechende fachspezifische Ausbildung oder mehrjährige Berufserfahrungen. Außerdem können Qualifikationen beim Umgang mit der Spezialtechnik nachgewiesen werden.
  2. Dem innerbetrieblichen Arbeitsschutz, regelmäßigen Belehrungen, Gefährdungsanalysen sowie der Ersten-Hilfe-Ausbildung wird dabei Rechnung getragen.

Die Gesundheit und Vitalität des Waldes (PEFC-Standard 2, Punkt 2.2) findet sich im Nachweis der Sachkunde im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln wieder.

 

Technische Aspekte:

Bedeutung haben hier vor allem die sozio-ökonomischen Funktionen der Wälder (PEFCStandard 6, Punkt 6.5) in Bezug auf folgende Punkte:

 

  1. Alle Mitarbeiter des Unternehmens haben entsprechend ihrer ausgeführten Tätigkeit eine vollständige persönliche Schutzausrüstung zu verwenden.
  2. Jede Arbeitsrotte verfügt über eine vollständige Erste-Hilfe-Ausrüstung.
  3. Der Aufbau einer Rettungskette muss technisch möglich sein.

Die Schutzfunktionen der Wälder (PEFC-Standard 5, Punkt 5.5) werden wie folgt berücksichtigt:

 

  1. Es werden, sofern dies technisch möglich und sinnvoll ist, ausschließlich biologisch schnell abbaubare Kettenhaftöle und Hydraulikflüssigkeiten verwendet.
  2. Zur Gefahrenabwendung sind geeignete Hilfsmittel wie z. B. Feuerlöscher, NotfallSets für Ölhavarien, Reserveschläuche, Blindstopfen, geeignete Werkzeuge vorhanden.

Bei der Verwendung von motormanuellen Werkzeugen sind diese mit Sonderkraftstoffen zu befüllen (PEFC-Standard 6 – sozio-ökonomische Funktionen des Waldes, Punkt 6.6) Zur Verhinderung von Bodenschäden werden alle technisch sinnvollen und angezeigten Möglichkeiten, die beim Maschineneinsatz in Frage kommen, genutzt. Damit wird dem PEFCStandard 2 – Gesundheit und Vitalität des Waldes, Punkt 2.7 Rechnung getragen.

 

Arbeitsorganisatorische Aspekte:

Den sozio-ökonomischen Funktionen des Waldes (PEFC-Standard 6, Punkt 6.5) wird wie folgt bei diesen Aspekten nachgekommen:

 

  1. Zum Aufbau einer Rettungskette existiert eine betriebsinterne Anweisung.
  2. Der Sicherheitsabstand beim Arbeiten auf der Fläche wird eingehalten
  3. Es ist sichergestellt, dass bei gefährlichen Forstarbeiten in Notfällen Erste Hilfe geleistet werden kann. Funknotrufeinrichtungen genügen den Anforderungen.
  4. Der Kontakt zu anderen Personen während der Ausführung gefährlicher Forstarbeiten ist gewährleistet. Falls dies nicht möglich ist, ist eine zugelassene Funknotrufeinrichtung vorhanden.
  5. Die Arbeitsorte sind entsprechend abgesichert.

Im Leitfaden 6 wird auf die Bedeutung einer schriftlichen Beauftragung hingewiesen bzw. auf die Fixierung relevanter Auftragsinhalte. Dieser Punkt wird entsprechend seiner Wichtigkeit bei den arbeitsorganisatorischen Aspekten als Punkt 1 aufgeführt.

 

Technologische Aspekte:

Anforderungen in Bezug auf die Gesundheit und Vitalität des Waldes (PEFC-Standard 2, Punkte 2.5; 2.7; 2.8; 2.9) sind wie folgt formuliert:

 

  1. Zur Befahrung der Bestände existieren konkrete Aussagen (flächiges Befahren ist unzulässig, Minimierung der weiteren Befahrung zusätzlich zur Holzernte)
  2. Es ist eine boden- und bestandesschonende Arbeitsausführung sicherzustellen.

Alle Bestimmungen zum Schutz der biologischen Vielfalt sind einzuhalten (PEFC-Standard 4, Punkte 4.9; 4.10).

 

Zur Sicherung der Schutzfunktion der Wälder (PEFC-Standard 5, 5.2; 5.3) dürfen Wege, Gräben, Durchlässe u. a. nicht beeinträchtigt werden bzw. deren Gebrauchsfähigkeit muss wieder hergestellt werden.

 

Zusätzlich dazu ist beim Auftreten von Verstößen gegen gesetzlich Regelungen oder der

Missachtung der guten fachlichen Praxis der Auftragnehmer berechtigt und verpflichtet, den Auftraggeber davon schriftlich in Kenntnis zu setzen.

 

Für Verjüngungs- und Pflegearbeiten gelten nachfolgend genannte Regularien, die einzelne PEFC-Standards implizieren:

 

Die Vorbereitung der zu bepflanzenden Fläche erfolgt entsprechend der Vorgaben des

Auftraggebers. Die Festlegungen im PEFC-Standard 5 – Schutzfunktion der Wälder, Punkt

5.4 sind dabei zu berücksichtigen, liegen aber in der Verantwortlichkeit des Flächeneigentümers und Auftraggebers.

 

Bei der Durchführung der Pflanzung und der Einhaltung des PEFC-Standards 4 – Biologische Vielfalt von Waldökosystemen, Punkte 4.4; 4.5 sind bei der Pflanzenbereitstellung die gesetzlichen Vorschriften (FoVG) bzw. die Festlegungen zur Verwendung gebietsheimischer Gehölze zu beachten.

 

Außerdem sind für ein optimales Pflanzergebnis die Qualität des eingesetzten Materials, eine durchgängige Frischekette sowie eine fachgerechte Pflanzung von Bedeutung. Der Einzel- bzw. Flächenschutz ist gemäß der Vorgaben des Auftraggebers zu realisieren.

 

Sollten Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, sind die Festlegungen des PEFCStandards 2 – Gesundheit und Vitalität des Waldes, Punkt 2.2 zu beachten.

 

Kulturpflegemaßnahmen im Anschluss an die Pflanzung werden entsprechend des Arbeitsauftrages ausgeführt.

 

Bei der Auswahl des Verfahrens wird Bezug genommen auf den PEFC-Standard 2 – Gesundheit und Vitalität des Waldes, Punkt 2.1.

Sollten Herbizide zum Einsatz kommen gelten Festlegungen des Punktes 2.2 des PEFCStandards 2 – Gesundheit und Vitalität des Waldes.

 

Maßnahmen zur Jungwuchs- und Jungbestandspflege erfolgen gemäß Arbeitsauftrag sowie der guten fachlichen Praxis in Bezug auf die geeignete Schnitttechnik. Die Pflege erfolgt angemessen und auf das Betriebsziel abgestimmt, gemäß PEFC-Standard 3 – Produktionsfunktion der Wälder, Punkt 3.3.

 

Gemäß den sozio-ökonomischen Funktionen der Wälder (PEFC-Standard 6, Punkt 6.5) sind in Bezug auf die UVV die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände bei Arbeitsausführung in den Bereichen einzuhalten.

 

Die formulierten Standards speziell für die Maßnahmen in der Holzernte, der Rückung und des Straßentransportes des Holzes beziehen sich auf eine fachgerechte Arbeitsausführung. Sie spiegeln die Arbeitsweise der forstwirtschaftlichen Dienstleistungsunternehmen unter Berücksichtigung der geltenden PEFC-Standards wider.